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Messstellenbetrieb

 

Grundzuständiger Messstellenbetreiber

Mit dem am 2. September 2016 in Kraft getretenen Messstellenbetriebsgesetz (MsbG) ist der Messstellenbetrieb nicht mehr Aufgabe des Netzbetreibers, sondern des Messstellenbetreibers.

Nach § 3 MsbG übernimmt das E-Werk Satrup, Heinrich N. Clausen GmbH & Co.KG, als grundzuständiger Messstellenbetreiber den Messstellenbetrieb im eigenen Netz, sofern nicht nach den §§5 oder 6 durch den Anschlussnutzer oder den Anschlussnehmer eine andere Vereinbarung getroffen wurde.

 

Als grundzuständiger Messstellenbetreiber sind wir verpflichtet, alle konventionellen Stromzähler schrittweise bis Ende 2032 gegen moderne Messeinrichtungen (mME) und intelligente Messsysteme auszutauschen (iMSys):

Messstellen sind mit intelligenten Messsystemen bei

  • Letztverbrauchern mit einem Jahresstromverbrauch über 6.000 kWh,
  • bei Letztverbrauchern, mit denen eine Vereinbarung nach § 14a des EnGW besteht,
  • sowie Anlagenbetreibern von Erzeugungsanlagen mit einer installierten Leistung über 7 kW,

soweit dies technisch möglich und wirtschaftlich vertretbar ist, an ortsfesten Zählpunkten auszustatten. Mit dem Einbau von intelligenten Messsystemen wird voraussichtlich in 2021 begonnen.

 

Soweit die Ausstattung einer Messstelle mit einem intelligenten Messsystem nicht vorgesehen ist und soweit dies wirtschaftlich vertretbar ist, sind Messstellen an ortsfesten Zählpunkten bei Letztverbrauchern und Anlagenbetreibern mindestens mit modernen Messeinrichtungen auszustatten. Die Ausstattung hat schrittweise bis zum Jahr 2032, bei Neubauten und Gebäuden, die einer größeren Renovierung unterzogen werden, bis zur Fertigstellung des Gebäudes zu erfolgen.

 

Als Standardleistung nach § 35, Abs. 1, zur Ausstattung der Messstellen gehört  die Durchführung des Messstellenbetriebs im nach § 3 erforderlichen Umfang. Bei der Ausstattung von Messstellen mit intelligenten Messsystemen umfasst die Durchführung insbesondere

  • die in § 60 benannten Prozesse einschließlich der Plausibilisierung und Ersatzwertbildung im Smart-Meter-Gateway und die standardmäßig erforderliche Datenkommunikation sowie
  • bei Letztverbrauchern mit einem Jahresstromverbrauch von höchstens 10 000 Kilowattstunden, soweit es der variable Stromtarif im Sinne von § 40 Absatz 5 des Energiewirtschaftsgesetzes erfordert, maximal die tägliche Bereitstellung von Zählerstandsgängen des Vortages gegenüber dem Energielieferanten und dem Netzbetreiber sowie
  • die Übermittlung der nach § 61 erforderlichen Informationen an eine lokale Anzeigeeinheit oder über eine Anwendung in einem Online-Portal, welches einen geschützten individuellen Zugang ermöglicht sowie
  • die Bereitstellung der Informationen über das Potenzial intelligenter Messsysteme im Hinblick auf die Handhabung der Ablesung und die Überwachung des Energieverbrauchs sowie eine Softwarelösung, die Anwendungsinformationen zum intelligenten Messsystem, zu Stromsparhinweisen und -anwendungen nach dem Stand von Wissenschaft und Technik enthält, Ausstattungsmerkmale und Beispielanwendungen beschreibt und Anleitungen zur Befolgung gibt sowie
  • in den Fällen des § 31 Absatz 1 Nummer 5, Absatz 2 und 3 Satz 2 das Bereithalten einer Kommunikationslösung, mit der bis zu zweimal am Tag eine Änderung des Schaltprofils sowie einmal täglich die Übermittlung eines Netzzustandsdatums herbeigeführt werden kann,
  • in den Fällen des § 40 und unter den dort genannten Voraussetzungen die Anbindung von Erzeugungsanlagen nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz oder dem Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz und die Anbindung von Messeinrichtungen für Gas und
  • die Erfüllung weiterer sich aus den Festlegungen der Bundesnetzagentur nach den §§ 47 und 75 ergebender Pflichten, insbesondere zu Geschäftsprozessen, Datenformaten, Abrechnungsprozessen, Verträgen oder zur Bilanzierung.

 

Zusatzleistungen nach § 35, Abs.2, sind Leistungen, die über die Standardleistungen aus § 35, Abs. 1 hinausgehen. Soweit ein grundzuständiger Messstellenbetreiber Zusatzleistungen anbietet, hat dies diskriminierungsfrei zu erfolgen. Zusatzleistungen sind insbesondere

  • das Bereitstellen von Strom- und Spannungswandlern,
  • die Nutzung eines intelligenten Messsystems als Vorkassesystem,
  • die Herstellung der Steuerbarkeit nach Absatz 1 Nummer 4 und die laufende Durchführung der Steuerung im Sinne von § 33 unter Beachtung der dort verankerten Kostenbeteiligungsregel,
  • die Bereitstellung und der technische Betrieb des Smart-Meter-Gateways für Mehrwertdienste und sonstige Auftragsdienstleistungen des Anschlussnutzers oder des Anschlussnehmers und
  • jeder technische Betrieb des Smart-Meter-Gateways im Auftrag einer nach § 49 Absatz 2 berechtigten Stelle für eine Datenkommunikation oder für Maßnahmen, die über das in diesem Gesetz standardmäßig vorgesehene Maß hinausgehen.

Die geltenden Preise für unsere Leistungen können sie dem „Preisblatt mME und iMSys ab 27.03.2020“ entnehmen

 

moderne Messeinrichtung / intelligentes Messsystem

Moderne Messeinrichtungen speichern Informationen über den tatsächlichen Stromverbrauch und die tatsächliche Nutzungszeit wieder. Der Unterschied zum intelligenten Messsystem besteht darin, dass sie über keine Kommunikationseinheit verfügen und somit keine Messwerte (Daten) an die Marktpartner übertragen können.

Neben dem für die Stromrechnung relevanten Zählerstand können dort historische tages-, wochen-, monats- und jahresbezogene Stromverbrauchswerte jeweils für die letzten 24 Monate angezeigt werden. Weitere Informationen zur Bedienung und Auslesung der Daten entnehmen Sie bitte der Gebrauchsanweisung für Ihren Zähler oder dem Download auf dieser Seite. Die zur Auslesung erforderliche PIN-Nummer erhalten Sie von uns auf Anforderung unter msb@e-werk-satrup.de.

Durch die Erweiterung einer modernen Messeinrichtung mit einer Kommunikationseinheit (Smart-Meter-Gateway) wird aus einer modernen Messeinrichtung ein intelligentes Messsystem. Die Kommunikationseinheit ermöglicht es, wichtige Netz- und Verbrauchsdaten zu erfassen und verschlüsselt über eine gesicherte Datenverbindung an das Smart-Meter-Gateway übertragen. Dabei sind die Mindestanforderungen an intelligente Messsysteme und an das Smart-Meter-Gateway zu erfüllen.